UNSERE HAINE

Mein 1. gepachteter Olivenhain ist einer der höchstgelegenen Olivenhaine Pargas und eignet sich hervorragend für eine biologische Bewirtschaftung, Die Bäume sind rund 30 Jahre alt, also ein noch sehr junger Hain. Die ersten Olivenhaine wurden in Parga auf Order der Venezianer gepflanzt schon vor rund 500 Jahren. Die ersten vereinzelten Olivenbäume wurden möglicherweise schon im minoischen Zeitalter gepflanzt, ca. 2000 Jahre v. Chr.

Unser Hain lag etliche Jahre brach und so verwilderte recht schnell das große Grundstück. Für uns bestand also die Erste Arbeit darin die steile Strasse wieder in Stand zu setzen, das Land zu säubern von allem was schnell & wild wächst, den Bäumen einem richtig guten Rückschnitt zu verpassen (keiner klettert schneller und wendiger auf die Bäume als Schwiegerpapa Panagiotis) um einen guten Ertrag zu sichern und dann den Olivenbäumen ihre Arbeit tun zu lassen, bis dann im Oktober die Ernte beginnen kann.

Mittlerweile haben wir mehrere kleine Olivenhaine gepachtet, einige davon liegen direkt in Parga, ein paar andere in der näheren Umgebung.

 

DIE ERNTE

Vangelis & Panagiotis beim genauen Auslegen der Netze Unsere Olivenernter im Einsatz Schwiegervater Panagiotis beim Bäume ausschneiden Oliven samt Blättern im Netz Ausgebreitete Netze unter den Olivenbäumen Oliven im Netz Oliven im Netz Silvia bei der Ernte im Olivenhain Noch mehr Oliven bei der Ernte Panagiotis mit den Mulis Psaris & Roussa beladen mit Säcken voll Oliven im unwegsamen Gelände

Die Olivenernte beginnt im Oktober, die beste Erntezeit ist wenn die Farbe der Oliven von grün ins violett-schwarze übergeht, und dauert bis ins Frühjahr hinein. Es ist eine sehr aufwendige und körperlich anstrengende Arbeit. Nach einem Erntejahr erfolgt ein “Sabbatjahr” dh der Baum trägt zwar Früchte, aber deutlich weniger als in Jahr davor.

Es gibt 2 Arten Oliven zu Ernten:

  1. Art nennt sich “handgeerntet”, ist nüchtern betrachtet eine etwas verstaubte Methode zu ernten, ist hier in Parga aber die am weitesten verbreitete. Dazu werden riesige Netze unter den Bäumen ausgelegt, die werden sorgsam zusammengenäht und dann wartet man ganz einfach bis die Oliven runterfallen. Dies macht vor allem Sinn, wenn die Bäume schon sehr alt und hoch sind oder der Hain besonders steil ist, alle paar Tage wird dann die Ernte zusammengefasst, dazu muss man gebückt unter die Netze durch und die Oliven in eine Ecke zusammenlaufen lassen, dann in große Säcke füllen, eventuell mit dem Muli (!!) bis zur nächsten befestigten Strasse bringen. Ja, so was gibt es wirklich noch, mein Schwiegervater besitzt 2 Mulis und bringt die Oliven tonnenweise bis zum nächsten Pick-up-Truck, bezahlt wird diese sehr harte Arbeit, wie könnte es anders sein, in Naturalien - in Oliven.

    Diese Art der Ernte ergibt ein Olivenöl Nativ, das oft selbst und mit der ganzen Familie und Verwandtschaft verbraucht wird. Es ist zwar kein Spitzenöl, aber zum Braten & Backen ist es ideal, besonders bei einem hohen Verbrauch. Alles übrige Öl wird weiterverkauft an Großhändler, meist verschifft nach Italien, wird dort behandelt und vermischt mit anderen Ölen und kommt dann als italienisches Olivenöl Extra Nativ wieder in den Handel.

  2. Ernteart nennt sich “handgepflückt” und ist zwar noch aufwendiger, es ergibt aber ein qualitativ viel hochwertigeres Olivenöl EXTRA NATIV. Dazu wird ein großes Netz unter nur einem Olivenbaum ausgebreitet und die Oliven werden oft mit samt dem Ast abgesägt und dann mit einem speziellen Kamm geerntet oder mit langen Stöcken vom Baum geschlagen oder es gibt spezielle Olivenernter, der mit Greiffingern die Oliven vom Baum holt.

    Generell gilt, je besser der Reifezustand der Oliven und je schneller die Oliven nach der Ernte zur Presse gelangen und je schonender mit den Früchten umgegangen wird, umso hochwertiger wird das Öl sein. Natürlich spielt auch das Wetter, die Qualität des Bodens, des Baums, der Presse & die richtige Lagerung eine entscheidende Rolle.

 

DIE PRESSUNG

Wir bringen unsere Oliven sofort nach der Ernte, am gleichen Tag versteht sich, in eine neue hochmoderne Pressanlage in einem kleinen Dorf in der Nähe von Parga. Die Oliven werden dort gewaschen, von den Blättern befreit, zu einem Brei vermahlen und das Öl wird dann schonend kaltextrahiert (dh bis zu einer Temperatur von höchstens 27 ° Celsius). Erst hier kann man die 1. Kostprobe nehmen und es stellt sich heraus wie gut das Öl wirklich ist, dieser Augenblick ist natürlich sehr aufregend und wird mit großer (An)-Spannung erwartet.